{"id":67,"date":"2017-11-25T11:15:10","date_gmt":"2017-11-25T10:15:10","guid":{"rendered":"http:\/\/medico-pelloni.ch\/medico\/?p=67"},"modified":"2017-11-25T11:15:10","modified_gmt":"2017-11-25T10:15:10","slug":"ernia-inguinale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/medico-pelloni.ch\/de\/ernia-inguinale\/","title":{"rendered":"Inguinalhernie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was ist eine Inguinalhernie?\u00a0<\/strong><br \/>\nEine Inguinalhernie ist die Ausst\u00fclpung der Eingeweide durch die Bauchdecke im Bereich der Leiste. Normalerweise weist die Bauchwand keine \u00d6ffnungen auf und die inneren Organe sollten weder in aufrechter Position noch bei k\u00f6rperlicher Anstrengung austreten. Die Leisten sind Schwachstellen, an denen eine \u00d6ffnung entstehen kann, durch die der D\u00fcnndarm und selten der Dickdarm austreten kann. Hernien k\u00f6nnen einseitig oder beidseitig sein. Die Gr\u00f6sse der Hernien variiert stark, sie k\u00f6nnen bis zum Hodensack reichen und riesig werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" class=\"alignnone size-large wp-image-74\" src=\"http:\/\/medico-pelloni.ch\/medico\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-02-1-1024x683.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-02-1-1024x683.png 1024w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-02-1-300x200.png 300w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-02-1-768x512.png 768w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-02-1-1536x1024.png 1536w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-02-1-2048x1365.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p><strong>Was f\u00fcr Beschwerden verursacht eine Leistenhernie?\u00a0<\/strong><br \/>\nNicht immer verursachen die Hernien Symptome. Es k\u00f6nnen nur ein leichter Zug oder Spannung vorhanden sein, es k\u00f6nnen aber auch abendliche Schmerzen oder belastungsbedingte Schmerzen auftreten. H\u00e4ufig bemerken die Patienten, dass eine Vorw\u00f6lbung im Leistenbereich auftritt und dass dieselbe im Liegen wieder verschwindet. Die Schmerzen k\u00f6nnen im Inguinalbereich auftreten, k\u00f6nnen in den Hoden ausstrahlen oder sogar seitlich nach oben ziehen.<\/p>\n<p><strong>Ursachen der Inguinalhernie?\u00a0<\/strong><br \/>\nDer Inguinalbereich ist aufgrund der embryonalen Entwicklung eine Schwachstelle im K\u00f6rper. W\u00e4hrend der Entwicklung des Organismus bilden sich die \u00e4usseren Geschlechtsorgane indem, dass sie durch den Inguinalkanal nach aussen veranlagt werden. So bleibt der Leistenkanal als Schwachstelle pr\u00e4destiniert.<br \/>\nDie Diagnose einer Inguinalhernie erfolgt durch die klinische Untersuchung. Der Patient muss im Stehen husten und der Arzt tastet die Hernie direkt im Inguinalkanal.<br \/>\nRisikofaktoren f\u00fcr die Entwicklung einer Inguinalhernie sind familiar geh\u00e4uftes Auftreten, chronischer Husten, Sport und Berufe mit starker k\u00f6rperlicher Belastung, chronische Verstopfung.<\/p>\n<p><strong>Beurteilung\u00a0 <\/strong><br \/>\nUm einen Leistenbruch zu diagnostizieren, gen\u00fcgt eine klinische Beurteilung, weitere Untersuchungen sind nicht erforderlich. Der Patient gibt an, eine runde Ver\u00e4nderung zu bemerken, welche bei Anstrengung oder im Stehen auftritt und in Ruhe verschwindet. Beim Mann kann der Arzt den Finger in den Leistenkanal einf\u00fchren, dabei ertastet er die Hernie. Die Hernie enthaltet h\u00e4ufig Darmschlingen. Falls diese nicht reponierbar ist und schmerzt, spricht man von inkarzerierter Hernie. Diese Situation ist ein Notfall und muss so rasch wie m\u00f6glich operiert werden!<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wann ist eine Operation indiziert?\u00a0<\/strong><br \/>\nWie bereits bei den anderen Hernienformen erw\u00e4hnt, sollte man nicht unn\u00f6tig operieren. Das heisst, dass nicht alle Leistenhernien operiert werden m\u00fcssen, auch wenn eine Spontanheilung nicht m\u00f6glich ist und die einzige Therapie die Chirurgie ist.<br \/>\nMan sollte operieren, wenn der Patient im Alltag gest\u00f6rt ist oder wenn Schmerzen auftreten. Wenn eindeutige Zeichen einer Inkarzeration vorgelegen haben, ist eine Operation auch dann indiziert, wenn sich die Situation entspannt hat.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Welche Art von Operation?\u00a0<\/strong><br \/>\nDer minimalinvasive Eingriff, TEP genannt (=total extraperitoneale Plastik), findet in Vollnarkose statt. Es werden drei kleinen Einschnitte gesetzt. Das Prinzip ist es, die Hernie zu verkleinern und ein Netz zwischen den Bauchorganen und der Bauchwand zu legen. Dabei wird die Bauchwand nicht geschnitten oder gen\u00e4ht. Der Einsatz des Netzes verst\u00e4rkt das Gewebe und reduziert das Risiko eines Rezidives. Das Material der modernen Netze ist ein Mix aus resorbierbarem und nicht-resorbierbarem Material, dies erm\u00f6glicht eine bessere Assimilation.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" class=\"alignnone size-large wp-image-75\" src=\"http:\/\/medico-pelloni.ch\/medico\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-03-1-1024x683.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-03-1-1024x683.png 1024w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-03-1-300x200.png 300w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-03-1-768x512.png 768w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-03-1-1536x1024.png 1536w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-03-1-2048x1365.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Der heute g\u00e4ngigste, klassische Ansatz ist die Operation nach Lichtenstein (Zugang von vorne). Dieser Eingriff kann in Lokalan\u00e4sthesie durchgef\u00fchrt werden. Der vordere Teil der Bauchwand wird er\u00f6ffnet, die Hernie wird entfernt und danach wird ein Netz zum Teil an der Muskulatur fixiert. Der oberfl\u00e4chliche Teil der Bauchwand wird \u00fcber dem Netz vern\u00e4ht.<\/p>\n<p><strong>Welche Unterschiede gibt es zwischen den beiden Techniken?\u00a0<\/strong><br \/>\nDie minimalinvasive Technik erfordert eine Vollnarkose, erlaubt die Nutzung eines gr\u00f6\u00dferen Netzes und erlaubt die Korrektur bilateraler Hernien w\u00e4hrend derselben Operation. Sie ist die Operation par excellence im Fall eines Rezidives, wenn bereits ein klassischer Ansatz von vorne gew\u00e4hlt wurde und ein Rezidiv aufgetreten ist. Gem\u00e4ss den Studien ist die postoperative Erholung schneller und das Risiko chronischer Schmerzen geringer. Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen berufliche und sportliche T\u00e4tigkeiten fr\u00fcher wieder in Angriff genommen werden.<br \/>\nDer klassische Ansatz erfolgt in Lokalan\u00e4sthesie, so dass es nicht m\u00f6glich ist, eine bilaterale Hernie gleichzeitig zu operieren. Im Falle eines Hernienrezidives wird empfohlen, keine Lokalan\u00e4sthesie zu w\u00e4hlen und keine gr\u00f6sseren Schnitte in der vorderen Bauchwand, um gr\u00f6ssere Narben zu verhindern. Zudem hat der klassische Ansatz ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr Narbenschmerzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" class=\"alignnone size-large wp-image-73\" src=\"http:\/\/medico-pelloni.ch\/medico\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-01-1-1024x683.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-01-1-1024x683.png 1024w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-01-1-300x200.png 300w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-01-1-768x512.png 768w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-01-1-1536x1024.png 1536w, https:\/\/medico-pelloni.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/erniainguinale-01-1-2048x1365.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p><strong>Wie soll man zwischen beiden Techniken w\u00e4hlen?\u00a0<\/strong><br \/>\nDie Wahl der Technik h\u00e4ngt vom Allgemeinzustand des Patienten ab, insbesondere ob schwere Krankheiten vorliegen, vom Stadium der Hernien und ob bereits Voroperationen durchgef\u00fchrt wurden. Bei grossem operativem Risiko ist es besser, in Lokalan\u00e4sthesie zu operieren. Falls eine Vollnarkose m\u00f6glich ist, w\u00e4hlt man die minimalinvasive Technik.<br \/>\nGrosse Inguinalhernien, die bis zum Skrotum reichen, erlauben keinen minimalinvasiven Zugang, der aber bei bilateralen Hernien die beste Wahl bleibt.<\/p>\n<p><strong>Wie verh\u00e4lt man sich nach einer Hernienoperation?\u00a0<\/strong><br \/>\nNach der Operation sollte man die Schmerzgrenze nicht \u00fcberschreiten. Zu Fuss gehen oder Treppen laufen sind erlaubt. Die Einnahme von analgetischen\/antientz\u00fcndlichen Mitteln ist wichtig, um die Entz\u00fcndungsreaktion und die Schmerzen zu reduzieren. So sind Mobilisation und Genesung fr\u00fcher m\u00f6glich.<br \/>\nLimitierend ist die Beanspruchung der Bauchwandmuskulatur. Es ist wichtig, das Netz und die Bauchwand nicht zu fr\u00fch zu belasten: kein Gewicht heben, kein Niesen, kein Husten, keine ruckartigen und starken Kontraktionen der Bauchwandmuskulatur.<br \/>\nDie Schonzeit h\u00e4ngt von der gew\u00e4hlten Technik ab. Bei der klassischen Operation ist die Erholungszeit etwas l\u00e4nger als bei der minimalinvasiven.<br \/>\nDie Schmerzen sind ausschlaggebend, wenn es darum geht, wieder arbeiten zu gehen oder Sport zu machen. Bei einem klassischen Ansatz muss man mit 3-4 Wochen Rekonvaleszenz rechnen, beim minimalinvasiven etwas weniger. Insgesamt gibt es gem\u00e4ss der Literatur Unterschiede, welche durch die berufliche Beanspruchung bedingt sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr lesen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":114,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-67","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-senza-categoria"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/medico-pelloni.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/medico-pelloni.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/medico-pelloni.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/medico-pelloni.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/medico-pelloni.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/medico-pelloni.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/medico-pelloni.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/114"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/medico-pelloni.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/medico-pelloni.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/medico-pelloni.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}